Jeder hat in den letzten Jahren schon einmal von dem unangenehmen Datenlecks beim Verkauf von gebrauchten Festplatten auf ebay gehört. Selbst die Polizei musste mit solchen unerwarteten Datenverlusten kämpfen, hier waren es dann tatsächlich auch personenbezogene Daten aus aktuellen Ermittlungsfällen.

Beim Thema gebrauchte Drucker, werden einige die Nase rümpfen … von „völlig überzogen“ bis „was soll da schon drauf sein“ die Reaktionen von Nutzern und einigen Administratoren. Sicherheitsunternehmen belehren uns aber eines besseren. Wer einmal mit uns unter die Haube eines Druckers schaut, wird am Ende des Artikels eine realere Einschätzung geben können.

Drucker sind eigentlich kleine Computer

Einfache Drucker, wie sie in den meisten Arbeitszimmern der eigenen 4 Wänden ein zu Hause gefunden haben, hatten keinen internen Speicher und boten auch keine umfassende Benutzeroberfläche. 2015 ist der Einstiegsdrucker bereits oft ein Multifunktionsgerät, welches drucken, scannen, faxen und emailen kann. In Firmen und Unternehmen ist das Bild bereits seit Jahren anders, dort sind Multifunktionsgeräte mittlerweile ein Standard im Büro. Diese Businessmodelle bieten neben dem WLAN, dann natürlich auch LAN Anschluss und zahlreiche andere tolle Cloud-Funktionen. Alle Geräte haben damit eines Gemeinsam, mittlerweile sind Sie unter der Haube eigenständige Computer mit einer eigenen Festplatte, Betriebssystem und einer direkten Netzwerkverbindung. Lassen wir die Hauptgefahren von Dokumentendiebstahl durch Mitarbeiter (nehmen Dokumente einfach beim vorbeigehen weg), Industriespionage (belauschen des Netzwerk-Drucker-Verkehrs) oder Internetangriffen (fehlende Sicherheitsfunktionen von internetfähigen Druckern) einmal weg. Es bleiben Dokumente auf dem internen Speicher eines Druckers unbemerkt zurück.

Sensible Dokumente im Druckerspeicher

Wer sich nun einige der Neuen und gern genutzte Funktionen von Multifunktions- und Netzwerkdruckern einmal genauer anschaut, könnte erschrecken. Den diese Drucker samt kleinem Computer müssen täglich Aufgaben ala „Standarddruck- und -kopieraufträge“, Aufträge vom Typ „Scannen in E-Mails“, „Scannen in Fax“ oder „Scannen in Netzwerkordner“ und andere Dokumentenspeicherungen abarbeiten. Dazu nutzen diese Drucker neben heimlichen eigenständigen temporären Speicherungen, auch die dauerhafte Speicherung des gerade gescannten Dokuments oder die Speicherung von Dokumenten aus dem Netzwerk auf die interne Festplatte des Druckers. Oft wird hier von einer „Vom Benutzer initiierte Dokumentspeicherung“ gesprochen. Alles tolle Erleichterungen im Alltag eines Mitarbeiters im Büro, welche jedoch Spuren hinterlassen.

nicepriceit-tipp

Drucker mit Kundendaten landen bei Ebay

Irgendwann ist aber ein Drucker am Ende seiner Nutzungszeit angelangt. Viele Nutzer oder Systembetreuer gehen aber genau dann viel zu leichtsinnig mit den Daten um. Ein Beispiel ist der Verkauf der gebrauchten Drucker bei Ebay – mit gespeicherten Daten. Bevor Sie sich also von Ihrem alten Drucker trennen, sollten Sie also unbedingt sicherstellen, dass sich auf dem internen Speicher keine gespeicherten Dokumente befinden. Über das Benutzerhandbuch oder den Druckerhersteller können Sie erfahren, wir Sie gespeicherten Dokumente löschen können. Einige Hersteller haben in den Einstellungen auch Funktionen untergebracht, um gespeicherte Dokumente in Abständen von 1 Stunde, 4 Stunden, 1 Tag oder 1 Woche automatisch zu löschen.

Sicherheitsexperten aus München haben übrigens in jüngster Zeit mehrfach gebrauchte Drucker bei Ebay analysiert, die noch gespeicherte Kundendaten enthielten. Selbst Rechtsanwälte oder Arztpraxen hätten gebrauchte Drucker samt aller darin gespeicherten Daten im Internet zum Kauf angeboten. Kriminelle haben so ggf. leichtes Spiel, die Daten zu missbrauchen oder Lösegeld zu fordern. „Diese Festplatten sind bares Geld wert.“ – Denken Sie daran.

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