Vor allem im privaten Bereich ist es eigentlich gängige Praxis, dass der Drucker häufig mit alternativen Patronen betrieben wird. Die immense Ersparnis, die gerade im Vergleich zu den originalen Produkten sehr deutlich ausfallen kann, sowie eine deutlich gesteigerte Qualität trägt hierzu bei. Nun möchte aber Hewlett Packard, einer der bekanntesten Hersteller für Drucker für private und geschäftliche Nutzer, gerade diesem Verhalten mit einem neuen Firmwareupdate einen Riegel vorschieben.

Wie äußert sich die Einschränkung?

Die Berichte im Internet von betroffenen Nutzern häufen sich in den letzten Tagen. Seit dem 13. September sind zahlreiche HP-Drucker von einer Fehlermeldung betroffen, die beim Einsatz alternativer Patronen erscheint. Seit diesem Datum meldet der Drucker: „Die verwendete Patrone ist fehlerhaft„. Ein Drucken ist somit nicht mehr möglich, der Nutzer muss die Patrone entnehmen und austauschen. Das Interessante: Bei Verwendung einer originalen Druckerpatrone von HP selbst ist dieser Fehler bisher nicht aufgetreten. Einige Kunden von HP äußern nun vermehrt Unmut über den Vorfall, dementsprechend ist der eigene Support Bereich von HP mit Meldungen über den Fehler gut gefüllt.

Wie reagiert der Hersteller?

Die Reaktion von HP fällt interessant aus. Im Rahmen einer ersten Stellungnahme, die aufgrund der zahlreichen Beschwerden der verärgerten Kunden nötig war, bestritt HP noch, von dem Fehler überhaupt Kenntnis zu haben. Erst in einer weiteren, öffentlichen Reaktion revidierte HP die getätigte Aussage und gibt nun zu, dass der Fehler durch ein neues Update der Firmware entstehen kann. Der Verdacht liegt nahe, dass in der Firmware ein Hinweis einprogrammiert ist, der alternative Patronen von Beginn an als fehlerhaft deklariert und so eine normale Nutzung der günstigeren Produkte unmöglich macht.

Welche Lösung kann es geben?

hp-firmware-updateAllerdings haben einige große Webseiten durch Recherche herausfinden können, dass es sich bei der beschriebenen Fehlermeldung längst nicht um ein neues Problem handelt, dass erst mit der Installation der neuen Firmware auftritt. So hat das niederländische Unternehmen 123inkt herausgefunden, dass die Fehlermeldung in der Firmware aus dem Jahre 2015 bereits mit enthalten ist.
Die einzige, zur Zeit verfügbare Lösung ist die Verwendung einer älteren Firmware aus dem Jahr 2014. Mit dieser lassen sich alternative Patronen problemlos verwenden, der Fehler tritt hierbei nicht auf. Allerdings gibt es diese Firmware nur über zahlreiche Umwege zum Download, technische Laien und private Nutzer dürften zudem mit der aufwendigen Installation überfordert sein. Sollten Sie noch nicht die neuste Firmware auf Ihrem Drucker installiert sein, können Sie auch das automatische Update auszustellen. Es lässt sich vermuten, dass HP diese Funktionalität eventuell für weitere Modelle ausrollt. Dieses finden Sie in Ihren Programmen unter Start > HP-Update.

UPDATE:

Dank Deskmodder haben wir auch einen kleinen Hinweis, wie man die alte Firmware von HP finden kann. Auf dieser Seite soll man seinen Drucker auswählen und ganz genau lesen. Nach der Installation des alten Druckerupdates sollte die Verwendung von Fremdpatronen wieder funktionieren.

Wie sollte der Hersteller reagieren?

Um die Kunden nicht weiter zu verärgern, wäre es von Seiten HPs sinnvoll, die aktuelle Firmware anzupassen. Durch ein erneutes Upgrade könnte die Fehlermeldung gelöscht bzw. deaktiviert werden, um so den Einsatz de alternativen Patronen wieder zu ermöglichen. Gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass viele private Anwender bereits öffentlich eine Abkehr von den HP Produkten angekündigt haben, sollte der Hersteller diesen Schritt auf jeden Fall in die engere Auswahl ziehen. Ob und wann dieser Schritt vollzogen wird, ist zurzeit allerdings noch vollkommen ungewiss.

Update: Stellungnahme HP

Wie PCGamesHardware berichtet, wird HP voraussichtlich diesen Zustand nicht ändern. Das Update wurde in dieser Form wohl ganz bewusst ausgerollt. Hier die Stellungnahme seitens HP auf Anfrage von PCGamesHardware:

HP verbessert für seine Kunden kontinuierlich die Sicherheit seiner Produkte. Seit Ende 2015 hat HP Aktualisierungen seiner Firmware in Verbindung mit dem Sicherheitschip bei seinen HP OfficeJet, OfficeJet Pro und OfficeJet Pro X Druckern eingeführt, die die sichere Kommunikation zwischen der Tintenpatrone und dem Drucker aufrecht halten. Der Zweck dieses Updates ist es, HPs Innovationen und das geistige Eigentum zu schützen. Diese Drucker können mit wieder befüllten oder wiederaufbereiteten Tintenpatronen mit einem Original HP Sicherheitschip betrieben werden. Andere Tintenpatronen funktionieren möglicherweise nicht. In vielen Fällen war diese Funktion bereits auf dem Drucker installiert, in manchen Fällen wurde sie im Rahmen eines Firmware-Updates installiert.

Dritthersteller wie Peach haben aber bereits Chips entwickeln können, die zu einer Funktionalität der Patronen führen, sodass in Kürze wieder Alternativpatronen erhältlich sein werden.

Betroffene Geräte

  • HP Officejet Pro 6830
  • HP Officejet Pro 8610
  • HP Officejet Pro 8615
  • HP Officejet Pro 8620
  • HP Officejet Pro 8625
  • HP Officejet Pro 8630
  • HP Officejet Pro 8640
  • HP Officejet Pro 8660
  • HP Officejet Pro x451dn
  • HP Officejet Pro x451dw
  • HP Officejet Pro x476dn
  • HP Officejet Pro x476dw
  • HP Officejet Pro x551dw
  • HP Officejet Pro x576dw

Sollte Ihr Gerät ebenfalls betroffen sein, würden wir uns über einen Hinweis in den Kommentaren freuen.

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